Morbus Cushing - Cushing Syndrom - Hyperadrenocortizismus

Eine Überproduktion an körpereigenem Cortisol, auch Glukokortikoid genannt, ist für die Alterskrankheit Morbus Cushing verantwortlich. Es wurde nach dem Neurologen Harvey Williams Cushing benannt.  Die Erkrankung kommt fast ausschließlich bei Hunden vor. Pudel, Dackel, Terrier, Boxer und Cocker Spaniel sind besonders häufig betroffen. Bei Katzen ist die Erkrankung selten.

                                                   Krankheitsbild

Körpereigenes Cortisol wird in der Rinde der Nebennieren produziert, einem kleinen Organ, das den Nieren quasi anliegt. Cortison übernimmt eine Vielzahl an regulativen Aufgaben im Fett- und Zuckerstoffwechsel, im Mineralstoff- und Wasserhaushalt und auch im Immunsystem. Leicht zu verstehen, dass bei einem Zuviel aber auch einem Zuwenig an Cortison im Körper eigentlich nichts mehr richtig funktionieren kann.

Hunde mit einem typischen Morbus Cushing fallen auf durch eines oder mehrere der folgenden Merkmale:

                       -> vermehrten Durst & Harndrang (Polydipsie/Polyurie)

                       ->Heißhunger (Polyphagie)

                       -> Stammfettsucht mit "Hängebauch"

                       -> Großflächigen Haarverlust & Hautveränderungen

                            (Verfärbung, Schuppenbildung,  eitrige Entzündungen)

                      -> Hodenatrophie/Azyklie bei Hündinnen

 

  Ätiologie

Ursache für diese schwerwiegende Erkrankung können Tumore in zwei verschiedenen Bereichen des Körpers sein: In den meisten Fällen handelt es sich um tumoröse Veränderungen in den Gehirnregionen, die die Aktivität der Nebenniere regulieren: im Hypothalamus oder in der Hypophyse. Seltener findet sich ein primärer Nebennierentumor.

Diagnose

Die abdominale Sonographie liefert wesentliche Erkenntnisse über die Morphologie der Nebennieren. Bei Hunden handelt es sich in ca. 80% der Fälle um einen sekundären Hyperadrenocortizismus mit beidseitiger Nebennierenhyperplasie. Der mit einem Nebennierentumor einhergehende primäre Hyperadrenocortizismus ist deutlich seltener. Nach den Erfahrungen der letzten 10 Jahre tritt dieser besonders häufig bei Terriern, bei unserem Patientenstamm beim Westhighland White Terrier, auf. 

 Abbildung 1: Nebennierenhyperplasie

 

 Abbildung 2: Nebennierentumor

Behandlung

 Jeder Therapieansatz zielt darauf ab, die Menge des Cortisons im Blut zu normalisieren. Bei der klassisch-schulmedizinischen Behandlung werden selektiv die Nebennierenrinde zerstörende Zytostatika eingesetzt. Die Behandlung mit diesen Präparaten der ersten Generation (z.B. Lysodren) ging zum Teil mit schweren Nebenwirkungen für den Patienten einher.  Selektiv an der Nebennierenrinde ansetzende Zytostatika der 2. Generation sind zwar deutlich besser für den Patienten verträglich, jedoch nicht immer vollständig steuerbar, sodaß z.B. in der Einstellungsphase mit Modrenal es zu schwerwiegenden Kreislaufproblemen kam. Eine weitere Gefahr besteht in einem zu starken Absinken des Cortisol-Spiegels, der  zu einem Hypoadrenokortizismus - iatrogenem M. Addison - führen kann.  Der abrupte "Cortisonentzug" ist für den Körper ein Schock,  der z.B. mit Schwächeanfällen, Appetitlosigkeit und Erbrechen einhergehen kann. Auch die Ausbildung eines Diabetes (Zuckerkrankheit) ist möglich.

In Zusammenarbeit mit der Praxis für Naturheilkunde für Hunde wurde in den Jahren 2006 bis 2014 bei 38 Patienten die Diagnose M. Cushing gestellt. Hierbei handelte es sich bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten um einen sekundären Hyperadrenocortizismus mit beidseitiger Nebennierenhyperplasie. Die Diagnostik erfolgte sowohl sonografisch als auch mittels Laboruntersuchungen. Die gewählte Therapie erfolgte individuell für jeden Patienten entsprechend der vorliegenden, Cushing assozierten Folgeerkrankungen mittels Biologischer Tiermedizin & Homöopathie.  Nebenwirkungen sind hierbei bei keinem der Patienten aufgetreten.

Sollten Sie Fragen haben, zögern Sie nicht, Kontakt aufzunehmen - wir helfen gerne!

Vielen Dank für Ihr Interesse,

Dr. med. vet Christine Suchfort, Fachtierärztin für Kleintiere/Homöopathie

 info@tierarztpraxis-suchfort.de